Jugend:Wörgl Nähere Infos

Nähere Infos

1.       Allgemeine Projektbeschreibung

Das Lokale-Agenda-21-Jugendprojekt „I-motion“ (abgeleitet aus dem Englischen – „ich bewege“) beabsichtigt eine Stärkung des Gemeinschaftssinnes durch sinnvolle Freizeitbeschäftigung: Jugendliche ab 12 Jahren setzen dabei ihre Fähigkeit für Anliegen der Gemeinschaft ein und erhalten dafür Zeitguthaben, das sie dann in Gutscheine regionaler Unternehmen einlösen können.

Die Jugendlichen dürfen nicht für kommerzielle Aufgaben herangezogen werden und die Hilfstätigkeit ist zeitlich auf maximal zwei Stunden am Tag beschränkt. Als Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich Besuchsdienste im Seniorenheim oder Sozialsprengel ebenso an, wie die Mithilfe in der Bücherei, in Kindergärten, bei Vereinsveranstaltungen im Veranstaltungszentrum KOMMA, beim Stadtmarketing und bei sonstigen Vereinen.

Aber auch Privatpersonen nutzen die Möglichkeit, Zeitguthaben zu kaufen, um Jugendliche damit fürs Schneeschaufeln, Rasenmähen, Babysitten, Botengänge/Einkäufe erledigen, Hilfe bei den Hausaufgaben oder ähnliches belohnen zu können.

Als Richtwert gilt, dass die Jugendlichen pro Stunde eine Zeitwertkarte erhalten. Durch den Verkauf der Zeitwertkarten (pro Stück 2,50 Euro) werden Einnahmen für die Projektkasse erzielt. Diese Mittel stehen für den Leistungsankauf (Gutschein-Rückkauf auf vereinbarter Kostenbasis) zur Verfügung. Der verbleibende Anteil wird für die Abwicklung/Organisationskosten verwendet sowie für das Sozialsponsoring. Die Jugendlichen sammeln die Zeitguthaben und tauschen sie im I-MOTION Büro in Gutscheine von regionalen Unternehmen um.

 

2.       Projektziele

Wir wollen

·        für die Jugend zusätzliche Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung schaffen: Aktive Mitarbeit weckt das Entdecken eigener Talente und Fähigkeiten, fördert unternehmerisches Denken und das Interesse für die Gemeinschaft. Der Einsatz in sozialen Einrichtungen gibt die Möglichkeit, in Sozialberufe zu schnuppern. Die Gutscheine als Belohnung sind Zeichen der Wertschätzung und Anreiz, mit Freunden gemeinsam die Freizeit in der Region mit sportlichen oder geselligen Betätigungen zu verbringen, nicht allein hinterm Fernseher oder am Computer. Konsum mit Köpfchen bringt Lebensqualität, formt Verbrauchergewohnheiten und schützt vor Isolation unter dem Motto „gemeinsam statt einsam“.

·        den gesellschaftlichen Zusammenhalt im öffentlichen Interesse stärken:  Das Gutscheinscheinsystem bringt gemeinnützigen Organisationen zusätzliche Mittel zur  Vergütung von Leistungen, die sonst nicht bezahlbar wären. Es bringt sowohl für einzelne, als auch für die Gesellschaft Nutzen: Die angebotenen Arbeitsbereiche unterstützen soziale und ökologische Anliegen. Aktive Jugendarbeit motiviert positiv und erhöht das Ansehen der Jugend. Wer sich in einer Gemeinschaft geborgen fühlt, neigt auch weniger zu Suchtverhalten. Durch die Vergütung mittels Gutscheine bleibt der Konsum und damit auch die Wertschöpfung und Kaufkraft in der Region.

·      Bewusstsein schaffen für Wirtschaftsfragen und den Umgang mit Zahlungsmitteln anhand eines praktischen Beispiels: Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung von Zukunft ist Wissen um Zusammenhänge, um Ursachen und Wirkungen. Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben als Ziel zu verfolgen setzt voraus, sich auch mit Fragen der Geldordnung und seiner Auswirkungen auseinanderzusetzen. Die Schaffung sinnvoller regionaler Wirtschaftskreisläufe stellt eine Gegenbewegung zur weltweiten Globalisierung der Märkte dar und bietet Chancen zur Schaffung nachhaltigen Wohlstandes. Das Gutscheinsystem dient als Beispiel, dass Wirtschaft anders organisiert werden kann und regt zum Nachdenken über weitere Einsatzmöglichkeiten von ergänzenden Währungen an. Durch ein funktionierendes Regelsystem entsteht ein Tauschmittel, das ohne den Einsatz von Geld in herkömmlichem Sinn Nachfrage und Angebot zusammenbringt.

·      mit Hilfe von Sozialsponsoring soziale Einrichtungen und Projekte unterstützen: Teilweise werden Zeitwertkarten von I-MOTION kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch werden selbstorganisierte Jugendprojekte dadurch finanziert.

·      einen Beitrag leisten zu sozialem und interkulturellem Lernen sowie Integrationsarbeit und generationsübergreifende Aktivitäten organisieren

Die Ziele von I-MOTION sind sehr vielfältig und die Liste ließe sich noch erweitern.


3.       Projektrahmen und Finanzierung

3.1 Projektträger, Laufzeit,

Entwickelt wurde I-MOTION von der LA-21 Projektgruppe Kultur und Bildung in über einem Jahr freiwillige Mitarbeit. Projektträger ist die Stadtgemeinde Wörgl. Mit Start am 30. September 2005 wird I-MOTION vorerst auf eine Laufzeit von 12 Monaten beschränkt. Im Herbst jeden Jahres entscheidet der Stadtrat über die Weiterführung. Seit November 2008 läuft I-MOTION in Wörgl vorerst unbeschränkt weiter.

 

3.2 Projektbetreuung und Organisation

InfoEck Wörgl, KR Martin Pichler-Str. 23, 6300 Wörgl; Öffnungszeiten: Di - Do 13:00-17:00

Tel.: 050/6300/6452; Mobil: 0699/178 26 159

Mail:      Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; Web:  www.i-motion-woergl.at

 

3.3 Räumliche Unterbringung

Für den Projektstart wurde ein kleines Büro im 1. und später im 2. Stock des Stadtamtes Wörgl zur Verfügung gestellt. Trotz der Hemmschwellen, die ein Amtsgebäude mit sich bringt, nahmen die Jugendliche dieses Angebot an. Mit der Eröffnung der Jugendinformationsstelle InfoEck in Wörgl im Juni 2008 übersiedelte auch I-MOTION in dieselben Räumlichkeiten. Die ebenerdige, freundliche Anlaufstelle zwischen Schulzentrum und Bahnhof bringt einen neuerlichen Aufschwung für I-MOTION.

 

3.4 Lenkungsgremium

Das Lenkungsgremium ist beratend, unterstützend und stellt sicher, dass die Projektziele eingehalten werden. Für den Informationsaustausch gibt es vierteljährliche Treffen. Grundsätzlich sind alle Interessierten eingeladen, beim Lenkungsgremium mitzuwirken und zur Weiterentwicklung des Projektes beizutragen.

Zu den Aufgaben des Gremiums zählen weiters die Definition der Verwendung der Zeitguthaben fürs Sozial-Sponsoring und hauptsächlich die Weiterentwicklung des Projektes durch Ausdehnung auf neue Zielgruppen (z.B. Senioren).

 

3.5 Projektfinanzierung

·       AUSGABEN:
Die Stadtgemeinde kommt für die Personalkosten der Projektbetreuerin auf, die für insgesamt 10 Stunden pro Woche angestellt ist. Zusätzlich gibt es jährlich ein Projekt-Budget von ungefähr € 10.000 für den Gutscheinankauf, Drucksorten (Plakate, Flyer, Werbematerial,…), Büromaterial, Homepage, Veranstaltungen, Workshops, Sonstige

·       EINNAHMEN
Subvention vom Land Tirol – JUFF (ca. € 2.000), Einnahmen aus dem Zeitwertkartenprivatverkauf, teilweise gesponserte Gutscheine

Durch die vom Projekt erwirtschafteten Einnahmen und den Förderungen sowie Sponsorengelder, kostet I-MOTION der Stadtgemeinde Wörgl abgesehen von den Personalkosten ca. 4 000 Euro pro Jahr.

 

3.6 Recht und Versicherung

Aus sozialversicherungsrechtlichen Gründen dürfen die Jugendlichen pro Tag nicht länger als zwei Stunden beschäftigt werden. Der Unfall- und Sozialversicherungsschutz ist über die Eltern gegeben. Für jeden Jugendlichen ist eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Die Stadtgemeinde Wörgl versichert alle Jugendlichen mit, es müssen dafür jeden Monat die aktuellen Namen der Jugendlichen an die Versicherung geschickt werden.


4.       Statistik zu TeilnehmerInnen und Besucherfrequenz

Seit Beginn des Projekts im Herbst 2005 haben sich 343 Jugendliche bei I-MOTION angemeldet. Ungefähr die Hälfte der registrierten Jugendlichen sind aktiv beteiligt und eine „Kerngruppe“ von ca. 80 Jugendlichen sucht sich mehrmals monatlich eine Beschäftigung über I-MOTION. Einige Beschäftigungsangebote können telefonisch vermittelt werden, der Großteil der Jugendlichen sowie auch der Tätigkeitsanbieter kommen allerdings direkt zu den Projektbetreuerinnen in die Anlaufstelle. Für die Erwachsenen, besonders aber für die Jugendlichen ist der persönliche Kontakt ganz wichtig. Es geht nicht rein um die Informationsbeschaffung rund um das Projekt sondern auch um zwischenmenschliche Anliegen wo wir oft mit Rat zur Seite stehen können.

 

Die Homepage (www.i-motion-woergl.at) ist neben dem Büro die zentrale Drehscheibe von I-MOTION. Hier finden die Jugendlichen aktuelle Tätigkeits- und Gutscheinangebote. Auch werden hier Neuigkeiten, Termine oder sonstige Themen veröffentlicht. Diese Homepage wird von den Projektbetreuerinnen ständig aktualisiert.

 

5.       Aktuelle Schwerpunkte und Kleinprojekte

Ein wichtiger Bestandteil von I-MOTION sind diverse Kleinprojekte, die sowohl für die Jugendlichen als auch für andere Bevölkerungsgruppen (Kinder, Senioren, Menschen mit Behinderungen,…) interessante Tätigkeiten und Lernfelder bieten.

Computerkurs für SeniorInnen

Aufgrund der sehr großen Nachfrage finden laufend Einsteiger-Computerkurse für SeniorInnen statt. Diese Kurse sind sehr beliebt, da jeder Teilnehmer einen Jugendlichen zur Seite bekommt, der ihm direkt alles erklärt. Dieses Projekt findet in Kooperation mit der Informatik-Hauptschule 2 in Wörgl statt. Begleitet wird der Kurs von einer/m Informatiklehrer/in, welche die SchülerInnen auf diese Kurse vorbereitet. 2007 fand zum ersten Mal zusätzlich auch ein Fortgeschrittenen-Computerkurs statt. Dabei konnten TeilnehmerInnen aus vorangegangenen Kursen oder Personen, die schon Erfahrungen mit dem Computer haben, ihr Wissen vertiefen und weiterführende Inhalte erlernen.

Unterstützung im Seniorenheim Wörgl

I-Motion-Jugendliche haben regelmäßig die Möglichkeit, im Seniorenheim in Wörgl tätig zu werden. Sei es an den Musik- oder Spielenachmittagen oder durch Mithilfe bei den Kaffeehausdiensten, beim Abendessen, beim Einkaufen und beim Spazierengehen.

Hierbei besteht eine enge Kooperation mit der Pflegedienstleitung und den Physiotherapeutinnen. Interessierte Jugendliche werden von der Projektbetreuerin kurz eingeschult. Es finden regelmäßig Treffen zum gegenseitigen Austausch statt.

Weitere Projekte

Es gibt noch viele weitere Projekte (Lebenshilfe, Bio-Regio-Fair,…) und noch eine Reihe an Projekten, die Jugendliche selbst entwickelt haben (Programme für Kindergeburtstage, Veranstaltungen, Feiern, Workshops,…), die wir aber wegen des zu großen Umfanges nicht alle anführen können.

 

6.       Öffentlichkeitsarbeit

www.i-motion-woergl.at; Infofolder über Gesamtprojekt, projektbezogene Infoflyer; Sammeltaschen für Zeitwertkarten für Jugendliche; Plakate, Nadelbuttons, Luftballons, Stofftragetaschen; Regelmäßige Presseberichte auf www.woergl.at, vero-online.at, la21-woergl.at; Sprechstunden bei der Projektbetreuung; Informationsstände auf diversen Veranstaltungen, z.B. Stadtfest, Osterfestival, VA’s im Rahmen des Wörgler Freigeldjahres, Burning Eight Festival, SenAktiv, Dialog Neues Geld, Seniorentreff Wörgl,…; Aushänge, Schaufenster und Informationen im Bürgerservice und im InfoEck; Regelmäßige Presseaussendungen, monatl. Beiträge im Stadtmagazin; Bürgerinformation über Aussendungen des Bürgermeisters; Radiointerview auf U1 (2007 und 2008); Präsentation auf der Internetplattform: www.BezirksBegleiter.at; Sprechstunden auf www.woergl.at veröffentlicht; Interviews auf Tirol TV; Kontakte: TIBS, Twenty One Magazin, Gewinn,…; Enge Kooperation mit dem Unterguggenberger Institut Wörgl

Regelmäßig nehmen interessierte Personen und Gruppen mit uns Kontakt auf und informieren sich über das Projekt. Wir machen hier Informationsgespräche und leisten Hilfestellung bei Initiierung ähnlicher Projekte.

 












Copyright © 2009 Jugendabteilung der Stadtgemeinde Wörgl